Nur nicht so kompliziert…  oder: Was man vom Möchte-Gern-John-Wayne nicht abschauen sollte

Der Mann einer Stall-Freundin wollte reiten. Nun ja, Reiten ist ein komplexer Vorgang. Das besteht aus mehreren Hilfen, die auch noch wohldosiert zusammen treffen müssen. Deshalb schlug die Freundin erstmal Reitunterricht vor.

Das sah der Mann aber anders. Schließlich hatte er schon hundert Western gesehen! Winnetou und Old-Shatterhand sind gute Bekannte seiner Jugend. Deren Pferde kennt er alle beim Namen.

Also frisch in den Sattel geschwungen. In der ersten Ecke der Reithalle war dann Schluss. Das Pferd ging weder vor noch zurück. Mit dem Kopf in der Ecke stand das Tier geduldig die nächsten Minuten da, knabbert ein wenig am Holz, war gedanklich schön woanders. Für uns an der Bande stehende Reiterinnen war das offensichtlich witziger, als für den Möchte-Gern-John-Wayne. Verärgert stieg er ab, gab der Stall-Freundin das Pferd zurück mit den Worten „Total verritten das Tier. Einfach nur schlecht ausgebildet.“

Kennen Sie das aus Ihren Betrieben? Also, nicht die vermeintlich schlecht gerittenen Pferde 😉

Sondern das Hauruck-Angehen von komplexen Vorgängen? Und die darauffolgende Reaktion?

Was Vorgänge komplex macht, hat unsere Mediations-Lerngruppe in meiner letzten Weiterbildung  erarbeitet. Sicherlich fällt Ihnen da noch einiges mehr ein. Im Nachhinein fällt auf: Das was da steht, das gilt nicht nur für die Mediation in Niedersachsen. Unsere Welt ist komplex. Das gilt auch für Veränderungen in Betrieben generell. Durch die Zusammenarbeit von uns Menschen strömen diese täglich auf Führungskräfte, Entscheider und Mitarbeitende ein – ob wir das wollen oder nicht.

Also was können wir tun?  Und: nein, die Frage ist nicht, was wir gegen die Veränderung tun 😉

Wie können wir mit der Komplexität umgehen?

Ich denke, der erste Schritt ist, sich ihrer bewusst zu sein und anzuerkennen, dass es sie gibt.

Im nächsten Schritt bin ich dafür, sie zu reduzieren. Das bedeutet: Für den Mandanten und mich zu reduzieren – denn komplexe Vorgänge, bleiben komplex.

Das schaffe ich, in dem ich den Fokus gezielt auf bestimmte Dinge lege oder von bestimmten nehme.

„Schwache Verantwortliche“ kann ich z.B. empowern, „vielschichtige Konflikte“ entblättern oder zu „unklaren Themen“ Orientierung finden.  Das Wichtigste ist: Genaues Zuhören und sich Zeit und Raum für das, was einem da gesagt wird zu nehmen! Und das bevor man der Organisation des Betriebes bastelt.

Klar, habe ich dann nicht sofort eine Lösung. Kann schon mal sein, dass ich Führung und Mitarbeitenden erst später eine Info geben kann. Das erfordert Zeit, Geduld und innere Ruhe.

Mir als ungeduldiger Mensch, hilft mein klares Ziel vor Augen und das Wissen, dass ich auf diese Weise schneller dorthin komme. Und ich bin überzeugt davon, dass die Lösung nachhaltiger ist, als ein Schnellschuss.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Komplexität oder Schnellschüssen?

Gern tausche ich mich mit Ihnen dazu aus.

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